venezia

Istantanee dalla Serenissima 2025

„V“ 2025 | Paul Bender, Violine | Raimund Spierling, Video

Buch, 200 Seiten, 21 x 21 cm, Auflage 25 Expl., nummeriert, signiert, 50 Euro


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Kaufen: Ausgewählte Motive sind als hintermalte Prints auf 5 mm Acrylglas im Format 122 x 51 cm erhältlich. Ein Buch ist verfügbar. Siehe: > contact/buy

Art collectors: Selected motifs are available as prints on 5 mm acrylic glass in 122 x 51 cm format, painted on the reverse side with acrylic colors. Each work is a signed original. A catalog is available. See: > contact/buy

© Photographs and collages by Raimund Spierling, 2025. Gondoliere photo used in V41 by Christoph Bethge with kind permission.


Istantanee dalla Serenissima 

Venedig im Herbst 2025. Heiterer Himmel, ein paar Tränen aus grauen Wolken, das Wasser in der Lagunenstadt steigt und bildet erste große Pfützen auf den Plätzen, bald sind Gummistiefel angesagt. Blaue Stunde und nächtliche Impressionen am Ende eines bildreichen Tags.

Wenn man durch Spierlings Bilder geht, bekommt man nicht den Eindruck sich an einem touristischen Hot Spot zu befinden. Nur wenige Menschen begegnen uns. Dafür hunderte gesammelter fotografischer Impressionen, golden und tiefschwarz, prunkvoll und alltäglich, filigran und massiv, heiter und wolkig, schwarzweiß bis bunt – komponiert zu skurrilen, geheimnisvollen, auch düsteren Stadtlandschaften.

Das Gewirr der Kanäle und Gassen, der Brücken und Treppen, die Enge der Architektur provozieren anscheinend zu noch dichteren Collagen als in Spierlings letzten Landschaftsarbeiten. Es scheint schwer, ein Motiv abzuschließen und nicht noch weitere Schichten hinzuzufügen. Dennoch sind eine Reihe sehr grafischer Arbeiten entstanden, bei dem der Zufall bei aller Leichtigkeit ausgeklammert und die Komposition detailliert ausgearbeitet wird. Hier ist Spierling ganz Gestalter, legt Flächen und Linien an, verwischt Farben, stört glatte Oberflächen, schneidet aus und collagiert ein, blendet kaum wahrnehmbar übereinander. So entstehen sehr malerische Bilder, denen man eine fotografische Herkunft kaum abnimmt.

Das Bilder sind im extremen Querformat gemacht. Das ermöglicht die Aneinanderreihung von Objekten zu Panoramaansichten. Besonders markant allerdings sind die um neunzig Grad gestürzten Kanäle und Gassen, die ein horizontal fließendes Bild erschaffen und den Fokus auf die Dynamik zwischen den Häuserzeilen legt und architektonische Details ausblendet.

Unvermeidlich taucht irgendwann in den Bildern die Piazza di San Marco auf, der Dogen-palast, die Rialtobrücke, der Canal Grande – aber nie in „I was here“-Schnappschuss-ästhetik, sondern in einem neu erfundenen Zusammenhang aus Architektur, Wasser und vielen zufälligen visuellen Begegnungen.